Günter Grass, Staatsfeind Nr.1

Hinterher wollen es immer alle vorher gewußt haben.

Die Dotcom-Blase in 2000 hat heute ja jeder kommen sehen, und auch dass Lehman Pleite gehen mußte, erscheint im Nachhinein sonnenklar.

Dass ein einziger Schuss 50 Millionen Menschen tötet, ist kaum plausibel erklärbar. Dennoch hat es heutzutage jeder „verstanden“ und sagt: „Es mußte ja so kommen!„, wenn vom Begin des ersten Weltkrieges die Rede ist – ausgelöst durch einen einzigen Schuss vor 98 Jahren in Sarajewo.

Deshalb gibt es Mariosagt überhaupt nur!

Solche Vorfälle haben mich ursprünglich bewegt, diesen Blog überhaupt ins Leben zu rufen. Denn als 2005 Susanne Osthoff entführt wurde, habe ich gerochen, dass da etwas nicht stimmt und prophezeit, dass sie irgendwann mit dem Lösegeld Gummibärchen kaufen geht. Nun – ob es Gummibärchen waren, kann ich nicht sagen. Sicher ist aber: Es wurde tatsächlich ein Anteil des Lösegeldes bei ihr gefunden! Dieser Blog ist nun meine Möglichkeit meine Meinungen und Annahmen rechtzeitig öffentlich zu äußern. Als Beweis, dass ich es wirklich schon vorher gesagt habe.

Bild-Hetze gegen Günter Grass

Seit ein paar Tagen zieht BILD.de über Günter Grass her, als gelte es, einen neuen Staatsfeind zu etablieren. Ursache dafür ist ein Gedicht, das Grass geschrieben hat. Lustigerweise berichtet BILD jedoch nur ÜBER das Gedicht. Es gibt nur einen winzigen Hinweis auf einen Link zum kompletten Originaltext des Gedichtes. Stattdessen werden von BILD nur kleine Fitzelchen genommen und aus dem Zusammenhang gerissen präsentiert um Günter Grass zu demontieren.

Plötzlich geht es nicht mehr um das Gedicht an sich, sondern um die Person, die es schrieb. Da werden alte Jugendsünden aufgewärmt, und alles denkbar Negative betrachtet.

BILD gibt sich seit vielen Jahren schon große Mühe, ein Sprachrohr für das Judentum und Israel zu sein. Da ist oft von Völkerverständigung und „von der deutschen Schuld, die nie gesühnt werden kann“ die Rede. Nun. Mich kotzt das an. Ich habe keine Schuld daran. Ich hab nix gemacht. Meine Eltern auch nicht. Was wollen die also von mir? Mir ein schlechtes Gewissen einreden? Funktioniert bei mir nicht. Kriege hat es immer gegeben, Anlässe dazu – mehr oder weniger sinnvolle – auch. Betrachtet man die Chuzpe, mit der sich Israel und einige Juden Gehör, Aufmerksamkeit und GELD(!) verschaffen, kann ich jedoch den Hauch einer Ahnung erlangen, wieso das Judentum seit jeher ein schlechtes Image hat. Mir ist das (fast) egal. Misstrauisch macht mich jedoch, wenn plötzlich Medien in merkwürdige „Gesänge“ verfallen.

Holocaust

Es muss 1995 gewesen sein, als ich im Radio ein Interview mit Ignatz Bubitz – damals Sprecher des „Zentralrates der Juden“ hörte. Denn er erinnerte eindringlich daran „dass Deutschland auch 50 Jahre nach den schrecklichen Ereignissen seine schwere Schuld nicht vergessen dürfe“ (oder so ähnlich). Denkwürdig daran war nicht diese Aussage, sondern die Antwort des Moderators! Denn dieser erklärte im Anschluss an das Interview, dass diese Aussage Bubitz’s zu erwarten war: „..schon alleine, weil auch nochmal klargestellt werden müsse, dass 50 Jahre Reparationszahlungen nicht ausreichen, sondern das Geld weiterfliessen müsse..“ (sinngemäß zitiert). *BING* Hallo? Wie? Reparationszahlungen? Davon hörte ich so zum ersten Mal. Aber ich fand es interessant, dass dieser Umstand sonst scheinbar immer zu erwähnen „vergessen“ wird. Jedenfalls hört sich das Wehklagen der Juden in meinen Ohren nun irgendwie anders an. Es klingt nicht mehr nach LEID, sondern nach BETTELN. Komisch, dass ich nicht von selbst darauf gekommen bin, dass nach 50 oder aktuell über 65 Jahren eigentlich kaum noch einer tatsächlich von „persönlichem Leid“ sprechen kann, ohne sich lächerlich zu machen. Aber wenn es darum geht, die Hand auf zu halten, ist es natürlich eine gute Masche.
Schlimm finde ich jedoch, dass es in Deutschland einen Straftatbestand der Holocaust-Lüge gibt. Man darf also nicht einmal darüber diskutieren, oder unbequeme Fragen stellen. Das wundert mich sehr. Bin ich doch so erzogen, dass die Wahrheit keinen Schutz bedarf..

Reparationszahlungen kann man ja noch verstehen. Unkritische Glorifizierung jedoch nicht. Israel baut Atombomben, vom Iran nimmt man es nur an. Während der Iran mit einem durchgeknallt wirkenden Präsidenten auch etwas bedrohlicher wirken mag.. vor Israel als Atommacht hätte ich – grade als Deutscher – mehr Angst! Außerdem müßte man versuchen, den Ursache<->Wirkung-Fehler zu vermeiden.  Ist Israel in Gefahr, weil der Iran einen durchgeknallten Präsidenten hat, oder hat der Iran einen durchgeknallten Präsidenten, weil der Iran die Israeliten als Nachbarn hat? Fragt man die Palästinenser, erhält man sicherlich eine für westliche Ohren ungewöhnliche Antwort!
Ich will sagen: Auch Israeliten sind keine Schäfchen!

Günter Grass „Was gesagt werden muss“

Günter Grass hat dies erkannt und will uns warnen. Außerdem weißt er uns auf Dinge hin, die vielleicht nicht jeder wußte. Oder kennen SIE die Käuferlisten deutscher Militär-Uboot-Werften?

Ich lade hiermit jeden ein, sich selbst ein Bild über Günter Grasses Gedicht zu machen. Wer mir nicht traut, findet es auch auf WELT.DE.

 GEZ Lachnummer

Falls ich noch vergessen habe, es zu erwähnen: Ich stehe voll und ganz hinter Günter Grass und „liebe“ dieses Gedicht. Was für ein Virus die deutsche Medienlandschaft befallen hat, ist mir hingegen schleierhaft. Jedoch zeigt es auch auf, dass die GEZ-Gebühren nicht gerechtfertigt sind. Denn diese wurden eingeführt, um eine freie, sachliche und unabhängige Quelle der Information und Nachrichten für alle Deutschen zu gewährleisten. Dies sehe ich aktuell absolut nicht erfüllt!

 

 

 

Was gesagt werden muss

Von Günter Grass

Warum schweige ich, verschweige zu lange,

was offensichtlich ist und in Planspielen

geübt wurde, an deren Ende als Überlebende

wir allenfalls Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,

der das von einem Maulhelden unterjochte

und zum organisierten Jubel gelenkte

iranische Volk auslöschen könnte,

weil in dessen Machtbereich der Bau

einer Atombombe vermutet wird.

Doch warum untersage ich mir,

jenes andere Land beim Namen zu nennen,

in dem seit Jahren – wenn auch geheimgehalten –

ein wachsend nukleares Potential verfügbar

aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung

zugänglich ist?

Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,

dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,

empfinde ich als belastende Lüge

und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,

sobald er mißachtet wird;

das Verdikt ‚Antisemitismus‘ ist geläufig.

Jetzt aber, weil aus meinem Land,

das von ureigenen Verbrechen,

die ohne Vergleich sind,

Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,

wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch

mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,

ein weiteres U-Boot nach Israel

geliefert werden soll, dessen Spezialität

darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe

dorthin lenken zu können, wo die Existenz

einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,

doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will,

sage ich, was gesagt werden muß.

Warum aber schwieg ich bislang?

Weil ich meinte, meine Herkunft,

die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,

verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit

dem Land Israel, dem ich verbunden bin

und bleiben will, zuzumuten.

Warum sage ich jetzt erst,

gealtert und mit letzter Tinte:

Die Atommacht Israel gefährdet

den ohnehin brüchigen Weltfrieden?

Weil gesagt werden muß,

was schon morgen zu spät sein könnte;

auch weil wir – als Deutsche belastet genug –

Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,

das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld

durch keine der üblichen Ausreden

zu tilgen wäre.

Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,

weil ich der Heuchelei des Westens

überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,

es mögen sich viele vom Schweigen befreien,

den Verursacher der erkennbaren Gefahr

zum Verzicht auf Gewalt auffordern und

gleichfalls darauf bestehen,

daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle

des israelischen atomaren Potentials

und der iranischen Atomanlagen

durch eine internationale Instanz

von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.

Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,

mehr noch, allen Menschen, die in dieser

vom Wahn okkupierten Region

dicht bei dicht verfeindet leben

und letztlich auch uns zu helfen.

Über Mario 542 Artikel
Hier bloggt Mario (40) aus Ratingen über populäre Themen oder Dinge die man eben auch anders sehen kann. Als kreativer Querdenker, möchte ich ein Gegenpol zu den "etablierten, großen Medien" sein. Ihr findet hier News, und manchmal auch Tratsch. Vor allem aber auch Tips, Testberichte, und unpopuläre Wahrheiten oder Hinweise darüber wo Politik oder Medien graden versuchen uns für dumm zu verkaufen. Viel Spass und Danke fürs Klicken & Lesen, Mario!

9 Kommentare

  1. Besonders schwer wiegt jedoch, dass der Iran bereits mehrere Male die Auslöschung Israels von der Landkarte gefordert haben soll, weshalb Israel um seine nationale Sicherheit fürchtet. Allerdings ist bis heute nicht klar, ob die Auslöschung Israels tatsächlich zur offiziellen Politik des Iran gehört, oder ob es sich nicht doch primär um westliche Kriegs-Propaganda gegen ein unliebsames Land handelt. Keinen Gefallen tut sich der Iran jedenfalls mit regelmäßigen öffentlichen Leugnungen des Holocausts durch die Deutschen am Volk Israel während des Zweiten Weltkrieges.

    • Das ist global gesehen absolut richtig! Und wo wir grad dabei sind, Dinge im Großen und Ganzen zu betrachten: Deine Existenz in diesem Jahrmilliarden währenden Universum dürfte ziemlich nebensächlich sein. Immerhin wurde dein Name mal auf Mariosagt.de veröffentlicht. Das ist dann ja schonmal was 😀

  2. Du schreibst: „einen Straftatbestand der Holocaust-Lüge gibt. Man darf also nicht einmal darüber diskutieren, oder unbequeme Fragen stellen.“

    Bitte teile doch mit:

    1.) wo steht in diesem Paragrafen das man nicht drüber diskutieren darf?

    2.) Welche „unbequemen Fragen“ darf man denn nicht stellen?

    Liebe Grüße
    @netzhocker

    • So wie ich es verstehe, würde durch unbequeme Fragen impliziert dass man den HC in Frage stellt – ebenso wenn man darüber diskutierte – und das könnte schon als Leugnung nach §130 Abs. 3 StGB angesehen werden. Das finde ich nicht gut.

      • Vielen Dank für die Antwort. Gibt es denn Deiner Ansicht nach Dinge in diesem Zusammenhang, die hinterfragt gehören. Wie können denn die Antworten aussehen die durch diese Fragen herauskommen sollen. Weiter: Gibt es denn diesbezüglich Diskussionsbedarf und wer soll diese Diskussion führen? Findest Du das die Verwendung des Terminus: „unbequeme Fragen“ impliziert das etwas verheimlicht werden soll.

        Gruß
        @netzhocker

    • Ich habe die Piraten bisher sehr offen erlebt. Eine eigene Meinung wirst sicher auch du mir zugestehen. Die muss nicht immer richtig sein, aber zumindest bin ich da lernfähig. Da dein „hier“ für mich ein „dort“ ist, du in Augsburg und somit weit weg bist und ich nicht gedenke in absehbarer Zeit in deine geographische Richtung zu kommen, laufe ich auch nicht Gefahr „hier“, also „dort“, keinen Spass zu haben.
      Da du gelegentlich für Ämter kandidierst, möchte ich dir noch ans Herz legen, an deiner Diplomatie zu arbeiten.

  3. Ein schöner Lichtblick ist, dass nicht alle Israelis (und Deutsche) so verstrahlt sind, Günter Grass zu verteufeln. Besonders gefreut hat mich dieser Kommentar eines in Berlin lebenden Israelis. In weiten Teilen kann ich mich ihm voll anschliessen:

    Besonders nett, aber auch mutig finde ich, dass er etwas äußert und erklärt(!), was unterschwellig eh jeder spürt:
    Israelis sind wie kleine Chihuahuas, die sofort losbellen, weil sie Angst haben, jemand könnte ihnen was tun.

    http://www.stern.de/politik/ausland/israel-von-israel-aus-gesehen-das-recht-zu-vergessen-1812163.html

Antworten