Streetview: Gegner ahnungslos, aber laut!

Eigentlich wollte ich ja einfach mal meine Schnauze halten und mich über die Streetview-Diskussion nicht weiter aufregen.
Schliesslich hat auch Sascha Rheker in seinem Blog schon einen wirklich stichhaltigen Artikel geschrieben in dem er die nichtwissende Arroganz der Google-Gegner enttarnt.
Dann aber entdeckte ich einen Kommentar von Peter Brückner der vier Renter erwähnte die in der RP gegen Google auftraten.. Ich suchte den also den Artikel heraus, und fiel vor Lachen fast vom Stuhl.

Da sind tatsächlich vier Renter die sagen: „Wir möchten nicht, das unsere Häuser fotografiert werden und die Fotos ins Internet gestellt werden!“ – Und stellen sich für den Fotografen von RP brav vor ihrer Haustür in Position und lassen sich mit vollen Namen im Internet veröffentlichen..
Hier der Link zum Artikel der RP.

Jetzt frag‘ ich mich: Sind die Leute wirklich einfach alle so dumm + dämlich * bescheuert ^2 ?
Und: Sind denn wirklich so viele gegen Google Streetview???
Vielleicht.
Vielleicht aber auch nicht.
Bei näherer Betrachtung wird nämlich schnell klar, das die Argumente der Gegner fast alle aus Ängsten entspringen, die vollkommen unbegründet sind – oder überhaupt gar keine Grundlage haben!
– „Wir wissen ja noch gar nicht, ob dabei nicht auch die Grundstücke selbst und die Gärten zu sehen sein werden.
SELF-PAWNED! Tja, und damit hat der Gute sich schon selbst disqualifiziert. Er meckert gegen eine Sache, ohne die geringste Ahnung davon zu haben.
Google läßt Autos über die Strassen fahren und beschäftigt keine Special Agents die fußläufig oder mit Leitern nach besonders kompromittierenden Fotogelegenheiten suchen! Alles was also sichtbar wird, ist ganz normal öffentlich sichtbar. Die erhöhte Kameraposition sorgt zwar für Mehrsicht als ein PKW-Fahrer hat, aber schon ein Lieferwagenfahrer kriegt die selbe Ansicht. Mir ist jedoch keine Initiative gegen Lieferwagenfahrer bekannt.
– „Ich sehe gar nicht ein, dass jemand ohne mein Einverständnis mein Haus fotografiert„, sagt Ludwig Hillesheim aus Wersten.
Tja, da hat der gute Ludwig aber nunmal Pech gehabt, denn das ist im Zuge der Panoramafreiheit in Deutschland nunmal gottseidank erlaubt. Außerdem mindert es den Wert seines Hauses in keinster Weise.
– „Ich bin gar nicht dagegen, dass man das Haus im Internet sieht, aber ich bin dagegen, dass andere mit meinem Eigentum Geld verdienen“ sagt Birgit Stenger
Nun, liebe Birgit. Das ist doch schonmal schön. Dir droht auch keinerlei Gefahr. Google wird dein Haus nicht meistbietend verkaufen. Und ob Google mit Landschaftsaufnahmen Geld verdient, oder nicht ist irrelevant. Richtiger dürfte jedoch die Tatsache sein, das Google erstmal etliches Kapital vorschiessen muss um diesen Dienst überhaupt zu realisieren. Die Autos sind nicht gratis. Die Kameras auch nicht. Und die Fahrer wollen auch bezahlt werden.
– „Das ist doch absurd, da werden Daten einfach so veröffentlicht, das hätte der Staat verhindern müssen.“ sorgt sich Ludwig Hillesheim.
(Zur Erinnerung: Das ist der Mann, der sich mit voller Adresse und Namen freiwillig im Internet von RP präsentieren läßt.)
Es werden keine Daten veröffentlicht. Es geht um Fotos.

Trip durch New York!
Vielleicht täten die ganzen Kritiker mal ganz gut daran, sich den Dienst überhaupt erst einmal anzuschauen, bevor sie vollkommen uninformiert Dünnschiss verzapfen. Ich bin ein Fan von Streetview. So hätte ich z.b. gerne schonmal selbst NewYork besucht, aber es bisher nicht geschafft. Über Streetview konnte ich nun wenigstens schonmal selbst durch NY spazieren. Somit also endlich mal die Stadt erleben, statt immer nur das zu sehen was mir TV-Sender an Ausschnitten präsentieren wollten. Ich konnte die Stadt „erleben“. Sie können das auch!
Ganz einfach! Jetzt und hier!

Hier habe ich Streetview gestartet und den Fußgänger (mich) einfach irgendwo mitten in die City fallen lassen.
Der Weg dahin ist einfach: http://maps.google.de aufrufen, „NewYork“ eingeben, und das kleine gelbe Männchen anklicken und in die Karte ziehen. Dort wo man es fallenläßt, beginnt Streetview!

Klicken Sie mit der Maus ins Bild, oder auf das Steuerkreuz links oben um sich zu bewegen. Mit dem +- darunter können Sie zoomen, mit dem Rechteck rechts oben auf Vollbild umschalten.

Größere Kartenansicht

Haben Sie Streetview nun etwas besser kennengelernt?
Wie ist Ihre Meinung nun?
Echt unheiliges Teufelszeug, gelle?
🙂

Aber wieder ein Beispiel dafür, was die Dummheit der Massen doch für einen Wind machen kann.
(Ok. Statt Dummheit könnte ich vielleicht auch Unwissenheit sagen. Aber statt unwissend irgendwelchen Schrott von sich zu geben könnten die Leute sich ja schliesslich auch mal informieren, bevor sie die Fresse zu weit aufreissen.. oder?)

Über Mario 542 Artikel
Hier bloggt Mario (40) aus Ratingen über populäre Themen oder Dinge die man eben auch anders sehen kann. Als kreativer Querdenker, möchte ich ein Gegenpol zu den "etablierten, großen Medien" sein. Ihr findet hier News, und manchmal auch Tratsch. Vor allem aber auch Tips, Testberichte, und unpopuläre Wahrheiten oder Hinweise darüber wo Politik oder Medien graden versuchen uns für dumm zu verkaufen. Viel Spass und Danke fürs Klicken & Lesen, Mario!

4 Kommentare

  1. Sie erwähnten dass es ihnen nicht gefällt dass ihre Häuser „KOMMERZIELL“ abgelichtet werden.
    Ein Unternehmen damit „Geld verdient“.
    Das mag zwar im großen Zusammenhang nicht ganz falsch sein, aber in Maps habe ich noch keine Werbung gesehen (oder?).
    Die Zeitung verdient hier aber direkt mit ihrem Haus, und sogar diesen Vier als Personen Geld.

    Na wenigstens schon mal eine Adresse von vier Gegner die man evtl. findet.
    Halten die sich aber an ihre Aussage sollten sie (leider?) nichts gegen Fotos haben. Am besten man behauoptet man wäre von der kommerziellen Firma „Spy-View“ 😉 .

    Ist das ein Mietshaus? Da sollten die mal ganz vorsichtig sein! Nicht dass die auf ihre alten Tage noch hohe Schadenersatzforderungen zahlen müssen. Ich halte eine solche Klage irgendwann für realistisch.
    Ein Mieter lässt das Haus löschen, und der Vermiter der es nicht rückgängig machen lassen kann klagt.
    Evtl. ist auch eine Strafanzeige möglich. Der Mieter ist ja kein Eigentümer. Das löschen lassen ist quasi Sachbeschädigung.

    Man müsste Mal als provokative Aktion ein fiktives Unternehmen mit Kameraatrappen auf den Autos durch die Straßen fahren lassen.
    OK, keiner soll dafür Km reißen, aber wenn das einer auf sowieso anstehenden Fahrten macht…

    Dazu noch eine Webseite die den Eindruck komplettiert, wenn der Passant den Namen googlet.

    Fehlen nur noch ein paar Techniken die nicht zu phantastisch klingen, aber für den unbedarften Paranoiden glaubwürdig klingen.
    Es gibt jetzt Terrahertzscanner die können noch auf Hundert Meter durch Kleidung sehen. Ganz ohne eine nötige „Schleuse“.
    Es ist möglich, aber hier könnte die Frage aufkommen „wozu“.

    Das Kartografieren von WLANs ist etwas realistisches dass auf dem Fahrzeug neben dem Fotografieren beworben werden könnte. Die gut sichtbare Antenne nicht vergessen. Eine kleine drehenden Grid wäre lustig.
    Denn auch dies ist absolut legal.
    Ob man einen Laserscanner simuliert wäre eine Andere Sache.
    Man kan es ja auch einfach behaupten.

    Neben dem WLAN-Kartografieren (das sollten die Pro-SV-Guerilla-Knipser gleich mitmachen) fehlt bei dieser Aktion aber noch etwas theoretisch machbares das über das was Google macht hinausgeht.

    Evtl. könnte man auf dem Fahrzeug (bzw. an der Atrappe die man aufs Dach schnallt) auch dazu aufrufen privat Webcams der Straße einzurichten. Die „Alufolienhutträger“ schauen danach in jedes Fenster ob da schon eine Webcam „Lauert“ ;).

    Diese Webcamidee halte ich aber für etwas das man wirklich machen könnte.
    Webcams gibt es ja schon seit langem. Auch im freien Raum. In Köln sogar Verkehrskameras online für jeden einzusehen.
    Der Nachteil ist aber dass es zwar Verzeichnisse gibt, aber man nicht wirklich gezielt auf einer Landkarte danach suchen und sie dort einsehen kann.
    „Live Street View“. In dem Fall „Open Live Street View“.
    Durch die Privatleute sind ein Platz und Internet vorhanden.
    Evtl. lässt sich ein Anreiz über Werbung schaffen an denen die Webcambetreiber teilhaben.

  2. Der Witz ist, dass diese Leute erst in StreetView gefunden werden müssten.

    Man müsste wissen wo sie wohnen, das Haus suchen, und dann hätten sie per Zufall davor stehen müssen als Google vorbeifuhr.

    Aber jetzt sind sie ganz einfach zu finden über den Suchbegriff:

    Ludwig Hillesheim +Werst

    (Aktuell im Google-Web-Suche auf Plätze 1-6, oder Platz 4 der Bildersuche)

    • Ja, genau das ist der springende Punkt.
      Absolutly self-pawned 🙂

      Die Leute kapieren einfach nicht, wie harmlos und sinnvoll Streetview ist.
      Komisch ist auch:
      Wollen native Ureinwohner nicht von Urlaubern fotografiert werden, weil sie befürchten „ihrer Seele beraubt“ zu werden, so finden die westlichen Urlaubsknipser dafür kein Verständnis und verhohnepiepeln die Einheimischen – und fotografieren trotzdem respektlos weiter.
      Die selben Leute haben aber plötzlich förmlich Dünnschiss in der Hose kleben, wenn ihre Strasse fotografiert wird.
      ..
      Soll man da jetzt lachen oder einfach nur noch die Volksverblödung bedauern?
      (Man möge meine Ausdrucksweise verzeihen, aber ich versuchte Worte zu finden die „gewichtsmäßig“ den selben Level erreichen wie die exorbitante Sinnfreiheit der Streetview-Gegner-Argumente)

  3. Ich finde Google Street View gar nicht schlecht, man kann sich im Urlaubsort umschauen und auch New York und spannende Städte erkunden. Man kann ja auch beantragen sein Haus schwärzen zu lassen. Alles halb so wild.

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  2. Castor: Atomgegner=Terroristen | Mario sagt:

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