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Polizeisprecher lügt sich selbstgerecht in die Tasche

Sind Menschenleben bedroht, muss die Polizei alles dafür tun, damit ihnen nichts zustößt. Was der Schutz kostet, spielt keine Rolle.“ wird ein Bonner Polizeisprecher hier zitiert. Es geht um die Rechtfertigung für 300.000,- Euro teure Schutzmaßnahmen für eine kleine Familie vor dem Kindsvater.

Hehre Worte, schön auch wenn sie wahr wären. Der Drang sich gelegentlich mal selbst zu beweihräuchern und eigene Leistungen schön zu reden mag ja in Maßen normal sein. Hier jedoch wird dies in perversem Maße übertrieben!

Sicherlich ist die Gefahr hier zweifelsfrei gegeben und das Gewaltpotential des Täters bekannt. Mir will aber die Verhältnismäßigkeit nicht in den Kopf. Im betreffenden Fall hätte die Mutter Privatunterricht im eigenen Heim erhalten können, was weniger Schutz erfordert hätte und insgesamt billiger gewesen wäre. Angeblich hat die Dame jedoch nicht einsehen wollen, sich von der Gefahr ihren Lebensstil vorschreiben zu lassen – was angeblich auch ihr freies Bürgerrecht gewesen sei.

Das diese Dame damit aber andere Kinder in Gefahr bringt, so daß ein Dutzend andere Mütter ihre Kinder nicht mehr in die Schule gehen lassen, setzt dem Ganzen noch die Krone auf.

Aber zurück zum Polizeisprecher..
Der Herr ist also der Meinung, das die Polizei sich beweihräuchern darf, Menschen in Not und Gefahr sicher zu beschützen.
Nun. Das sehen sicherlich viele getötete Frauen anders, die bei der Polizei um Schutz gebeten haben und mit der Standard-Phrase:
“Hat er denn schon was getan, oder hat er das nur angedroht?” abgewimmelt wurden..
..das passiert sogar, wenn der Täter der seine Tat durch Drohung ankündigte als gewalttätig polizeibekannt ist.
Derya aus Krefeld..
Aus Eifersucht vom Ex erstochen..
Gelegentlich sind sogar Polizisten selbst die Täter..
Warum wurde Nicole dann nicht geschützt?
Betroffene wenden sich sogar hilflos an Frageportale im Web – und noch ein Beispiel.

Meine private Erfahrung..
Ich persönlich kann ebenfalls die Untätigkeit der Polizei bezeugen und empfinde deshalb derartige Sprüche als Beleidung und Volksverarschung.
In meinem Fall hatte ich mit zwei Mädels eine WG in einem Einfamilienhaus. Jeder hatte seine eigene Etage, Klaudia einen Wellensittich, ich zwei Katzen – die von beiden Mädels gemocht wurde und deshalb frei umherlaufen durfen und sollten. Klaudia hat dann jedoch mal vergessen die Tür des Raumes zu schliessen in dem der Vogelkäfig stand. Dummerweise war der auch noch offen.
Der Wellensittich freute sich also -kurz- über seine Freiheit, meine Katzen -leider- über die Abwechslung. Davon habe ich erst mitgekriegt als Klaudia wieder heimkam und sich in eine Furie verwandelte. Selbstverständlich war ich nicht glücklich über die Situation die ihrem Wellensittich das Leben kostete und hätte ihr sogar – obwohl ich mich absolut schuldfrei ansah – gern einen neuen gekauft.
Jedoch war die Frau wie von Sinnen, schlug auf mich ein und war definitiv nicht gesprächsbereit. Also verzog ich mich und schloss meine Tür ab.

Als dann jedoch ihr Fuß durch die Tür brach(!) und nicht davon auszugehen war, das die Dame sich beruhigt, habe ich die Polizei angerufen. Was denkt ihr, was mir der Herr sagte?
Erstmal war er sehr amüsiert, daß ich mit zwei Damen (ja, die waren beide sehr hübsch) eine WG in einem schicken Einfamilienhaus hatte. Dann war er noch amüsierter über das Zustandekommen der Situation und wertete das Leben eines Wellensittichs sehr gering ein. Das für ihn hörbare Getrampel und Gewummere gegen meine Tür ignorierte er offenbar, auch wenn er es mittlerweile seit 5min mitbekam.

Ich hätte schon alleine deshalb Polizei vor Ort haben wollen, weil ich die Sachbeschädigung der Tür gerne offiziell protokolliert haben wollte. Dafür wollte man mir jedoch niemanden vorbeischicken. Erst als ich sagte, das die Dame sich grade in der Küche nebenan deutlich hörbar mit einem Messer bewaffne, kam etwas Leben in die Sache und nach immerhin weiteren 15min klingelte doch tatsächlich eine Polizeistreife an der Tür.

Obwohl die Beamten die Dame noch gute 5min in voller Rage erlebten bis ihr die Anwesenheit der Polizei so richtig bewußt wurde, erntete ich viele süffisante Kommentare, daß ich diese Situation nicht selbst in den Griff gekriegt habe und wie man doch Frauen angeblich erfolgreich beruhigen könnte – vor allem wenn man schon mit ihnen zusammen wohnt.

Meine Meinung über den Fleiß und die soziale Kompetenz von Polizisten war denn auch kurzzeitig ins Wanken geraten. Ich hoffe ja immer, das sowas nur mir passiert und der Rest der Polizei ordentliche Helden des Alltags sind, so wie ich das in meiner Kindheit beigebracht bekommen habe.

Der Polizeisprecher dem dieser Beitrag geschuldet ist, ist allerdings ein herber Rückschritt für die Glaubwürdigkeit der Polizei.

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