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Griechenlandkrise - Solidarpakt v2.0

Griechenland wird aktuell sehr von der deutschen Presse attackiert. Vor allem die BILD berichtet gerne von Korruption, fehlender Steuermoral und wunderliche Renten. Dazu kommt mangelndes Verständnis der Situation und eine parasitäre Moral.

Diese Kritik ist durchaus rechtens, hoffentlich aber etwas übertrieben. Besonders wird der falsche Eindruck erweckt, das alle Griechen Schwarz arbeiten. Das kann so nicht sein, denn wenn wirklich kein Grieche Steuern zahlen würde, wäre das Land wohl schon viel länger zahlungsunfähig.

GRIECHEN und OSSIs

Griechenland steht kurz vor der Pleite. Der DDR ging es damals ebenso*. Man könnte also sagen, das Deutschland eine gewisse Erfahrung mitbringt, und es ja generell schonmal “geschafft” hat. Mehr oder weniger jedenfalls.
Grund genug, mal ein paar Vergleiche zu ziehen um zu schauen, wie eine Prognose ausschaut:

OSSIs – die Übernahme der DDR
Als Deutschland die DDR übernommen hat, bestand diese aus rund 18 Millionen Einwohnern. Die nötigen finanziellen Mittel hat Deutschland alleine zu 100% aufgebracht (Mir sind keinerlei EU-Hilfen bekannt, und auch Google fand spontan keine). Die Übernahme began in Zeiten des Aufschwungs. Mittlerweile sind fast 20 Jahre vergangen (-> 03.10.1990) – und – Deutschland ist zusammengewachsen, aber es hat viel Kraft gekostet und sich wenig rentiert. Blühende Landschaften gibt es im Osten immer noch nicht. Und auch das Bruttosozialprodukt ist nicht im Verhältnis 60Millionen Deutschen=100%, dann schaffen 80Mio=133% gewachsen. Volkswirtschaftlich könnte man die Wiedervereinigung als schlechte Investition bezeichnen.
Die Mentalität der “anderen” Deutschen ist durch 40 Jahre Sozialstaat eine ganz andere gewesen, als die der leistungsorientierten West-Bevölkerung. Aber immerhin sprach man (fast) die gleiche Sprache, und die Reformation war weitestgehend vom Volk gewünscht und unterstützt.

GRIECHENLAND-HILFEN
Die Griechen zählen dagegen nur rund 11 Millionen Einwohner. Die nötigen finanziellen Mittel soll Deutschland nur zu rund 25% beisteuern.  Die Griechen haben eine sehr lange und alte Tradition – von der man allerdings ja nun sieht, wohin sie führt. Dazu kommt viel Korruption und Vetternwirtschaft. Viele staatliche Organe sind gar geistig und leistungsmäßig gar nicht in der Lage die anstehenden Aufgaben korrekt zu erfüllen. Vom Willen mal ganz abgesehen. Stattdessen werden Rentnern Luxuspensionen gezahlt und solange Töchter verstorbener Beamter und Polizisten nicht heiraten, erhalten sie als Erbe die Pensionen weitergezahlt.
Viele Griechen haben eine extrem parasitäre Lebenseinstellung. Und natürlich wollen alle ihren StatusQuo halten. Über all diese Aufreger übersieht man aber oft, das es auch viel Armut in Griechenland gibt. Ich weiß von alten verarmten Griechen die ohne fliessend Wasser in Hütten ohne Heizung mit Plumpsklo im Garten leben müssen – und das sind keine Einzelfälle.
Fakt ist aber auch, das noch keinerlei Einsicht die breite öffentliche Masse erreicht hat. Sobald die Politik von mehr Steuern oder weniger Verdienst und Renten spricht, geht der Mob sofort zur gewaltbereiten Demo auf die Strasse.
Eigentlich müßte man solche Parasiten erstmal 2-3 Monate in ihren Exkrementen verrotten lassen, bis sie weichgekocht genug dazu sind von ihrem hohen Ross herunter zu kommen und vernünftig nach einer annehmbaren Lösung zu suchen.

Mal kurz überschlagen
Das sieht jetzt etwas nach Milchmädchen-Schnellrechnung** aus, ist aber durchaus eine gute Idee um überhaupt mal einen Überblick zu bekommen.
Also Griechenland hat nur 61% der Einwohner die die DDR damals hatte. Dazu kommt, das die BRD nur 25% der Hilfen zahlen soll. Das klingt also nach einer Belastung die so stark wäre wie ca. 15% unseres Aufwandes für die “Neuen Bundesländer”. Man darf aber nicht vergessen: Wir befinden uns nicht mehr im Aufschwung sondern immer noch tief in einer weltwirtschaftlichen Krise! Außerdem “kaufen” wir nicht ein neues Land hinzu, sondern zahlen eigentlich nur um den schönen Schein zu wahren und unseren Euro zu stützen, der trotzdem Wert verliert. Auch für unsere eigenen Staatsschulden zahlen wir nun höhere Zinsen, was uns zusätzliches Geld kostet.

WAS BEDEUTET DAS?
Nun. Nochmal eine Milchmädchenrechnung zum Vergleich:
Wenn wir in Zeiten des Aufschwungs z.B. 120% des benötigten Geldes haben, so können wir locker z.b. 15% in Experimente (wie damals die EX-DDR) stecken. Wobei diese 15% dann fast nicht wehtun, für sich gesehen aber 100% der Aufbausumme OST war.
Wenn wir aber in Zeiten der Krise selbst nichtmal 100% haben, so tut jedes einzelne % extrem weh.
Dadurch wird dann die effektive Belastung durch die Griechen auch höher als damals die durch die Ex-DDR.

KÖNNEN WIR DEN GRIECHEN HELFEN?
Ich persönlich helfe wirklich gerne. Wie wohl Viele. Aber dann möchte man ja sinnvoll helfen.
Und auch nur dort, wo Hilfe überhaupt erwünscht ist.
Beispiele für schlechte Hilfen:
- Einer alten Dame über die Strasse helfen. Nun steht sie mit ihren eben gekauften Brötchen vorm Bäckerladen. Eigentlich war sie aber schon vor ihrer Haustür!
- Fischern Saatgut schenken
Das Schlimmste an der Sache ist, das in den Köpfen der Griechen selbst aber ihre Lage noch gar nicht klar geworden ist. Die denken wirklich noch, alle Welt hätte sie nun auf dem Kieker und wolle Einschränkungen und Belastungen gegen sie durchsetzen.
Aktuell ist den Griechen nicht zu helfen!
Erst wenn die Mentalität dort zu Ehrlichkeit im Umgang mit Steuern, Gebühren und Einschränkungen im Renten/Pensionssystem bereit ist, kann Hilfe möglich sein.

Griechenland hat aktuell eine Neuverschuldung oberhalb von 12%. In der EU sind nur max 3% erlaubt. Bis 2012 soll Griechenland diese 3% Schwelle wieder im Griff haben. Ich sage: Das ist ganz und gar unmöglich. Es sei denn, Griechenland wird frontal gegen die Wand gefahren und fängt wie noch einem Konkurs neu an.

KÖNNEN WIR ES DANN NOCH LASSEN?
Nö. Angela Merkel hat sich schon so stark auf Zahlungsversprechen eingelassen, das ein Rückzug nicht mehr möglich ist. Danke!
Um die Hilfen für Griechenland zu finanzieren, darf jeder arbeitende Deutsche rund 1200,- Euro berappen. Ob das jedoch reicht, oder wenigstens das Ende der Fahnenstange ist, könnte nichtmal Nostradamus sagen…

FAZIT: Mario sagt .. Aktuell ist jede Zusage und jeder Euro in Richtung Griechenland ein Faustschlag ins Gesicht der eigenen Bevölkerung. Gerne darf man Griechenland sagen das man über Hilfe nachdenknen kann. Aber dann müßte Griechenland erstmal beweisen, das ein Wandel auch in der Mentalität der eigenen Bevölkerung stattgefunden hat und die Hilfen sinnvoll umgesetzt werden – statt nur dazu missbraucht zu werden weiterhin überhöhte Renten auszuschütten und Bürgern Steuern zu schenken.

*Disclaimer: Mir geht es hier nicht darum, Ossis oder neue Bundesländer schlechtzumachen. Die Situation ist nunmal einfach vergleichbar. Und das versuche ich auf sachlicher Ebene zu tun.
** Milchmädchenschnellrechnung: Natürlich ist das, was ich hier zusammenrechne alles nur ne Milchmädchen- oder Stammtisch-Rechnung. Aber das geht ja auch fast gar nicht anders. Weder bin ich Volkswirt, noch habe ich alle erforderlichen politischen Bilanzen. Die hat nichtmal die deutsche Regierung! Und wenn doch, dann sind die doch eh gefaked! Deshalb reduziere ich es auf das Überschlagen von Fakten und gesunden Menschenverstand.

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