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Ein Tag im Paintball-Park Aachen

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Das Interesse an Paintball in  Deutschland steigt. Bei den Einen, weil sie es verbieten wollen, bei den Anderen weil sie sich selbst ein Bild davon machen wollen. Ich selbst spiele kein Paintball, obwohl ich schon früh damit in Berührung kam. Da einige Freunde von mir Paintballer sind, ergab es sich sogar das ich in den 90ern bei der Übersetzung der internationalen Regeln ins Deutsche mitgeholfen habe. Schon damals wurde in dem Sport sehr auf Fairness geachtet.

Titelbild-Paintball

Als ein Freund der Paintball spielt mich fragte ob ich Lust hätte, am 04.07.09 mit nach Aachen zu kommen und ein paar Fotos zu machen, hab ich deshalb auch gern zugesagt. Der Paintball-Park Aachen wird von OPM Düsseldorf betrieben.

Um es vorweg zu sagen: Ich bin begeistert gewesen. Denn ich bin durchaus mit teilweise gemischten Gefühlen mitgefahren. Was für Leute würde ich da wohl treffen? Würden die Veranstalter das fotografieren erlauben? Wie reagieren die Spieler auf Fotografen?
Aber alles, wirklich alles war durchweg positiv.

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Paintball-Park Fotostrecke (40 Bilder) – Klick Bild zum ansehen!

Es begann schon am Eingang. Ich war überwältigt, wie viele Leute da waren! Vor dem Eingang war sicherlich eine Menschentraube von über 30 Leuten. Endlich drinnen habe ich mir einen Verantwortlichen gesucht und musste nur unterschreiben, das ich auf eigene Gefahr mit meinem Equipment auf dem Platz bin. Ehrensache. Was könnten die schliesslich dafür, wenn ich meine Kamera in die Farbklekse halte und die kaputt ginge? Nix!
Und obwohl ich unangemeldet und ohne Vorab-Akkreditierung ankam, wurde mir problemlos auch meine Foto-Release unterschrieben, womit mir das fotografieren auf dem Platz dann offiziell erlaubt war.
Diese gutmütige Offenheit  hat mich sehr beeindruckt. Hätte ich doch auch ein böser Fotoreporter für ein Klatschmagazin sein können, der Paintball öffentlich zerreissen will.
Nur, selbst wenn es so gewesen wäre: Dafür hätte ich nicht viel Material gefunden!

Der Paintball-Park Aachen kostet 12,50 Eintritt, darin ist All-Inklusive Verpflegung inbegriffen. Getränke wie Eistee und Kaffee gabs also gratis und eine Gulashkanone sorgte mit Suppen und Ravioli für zufriedene Spieler. Toll! Lediglich Bällchen, also die Munition für die Markierer (so heissen die Paintball-”Waffen”) und ggf. Leih-Ausrüstung kosten separat extra.

Die Location selbst überzeugt: Neben den Sitzgelegenheiten beim Eingangsbereich gibt es eine überdachte Lodge im rustikal-einfachen Holzstil mit langen Tischen fürs Equipment. Daneben gibt es kleine verschliessbare Holzspinde für Wertsachen. Das Spielfeld ist riesig und im offenen Woodland-Stil. Es ist komplett mit einem mehrere Meter hohen engmaschigen Sicherheitsnetz umspannt. Und auch die stark verschachtelte Schleuse stellt sicher, das nichts passieren kann. In der Schleuse stehen auch die Messpunkte für die Markierer. Niemand darf ohne Maske / Schutzkleidung auf den Playground. Und kein Markierer darf Bällchen schneller als 214fps / feet per second beschleunigen.

Bevor ein Spiel startet, gibt ein Team von Marshalls den Spielern Infos und letzte Anweisungen. Die Marshalls sind die Schiedsrichter im Paintball. Ihr Wort gilt und Diskussionen gibts nicht. Als Spielvarianten stehen beispielsweise Capture-the-Flag (Flagge holen), VIP (Eine Person schützen) und Eliminate (alle Gegner ausschalten) zur Auswahl. Es geht also im wahrsten Sinne des Wortes farbenfroh und abwechslungsreich zu.

Bei den Spielern die ich vor Ort kennengelernt habe, habe ich keinerlei “anrüchige” Personen bemerkt. Paintball ist kein Sport von Freaks, Rechten oder anderen Extremisten. Ich habe lauter nette Leute kennengelernt. Vom Arbeiter/Angestellten über Freelancer bis zu Akademikern. Wer also auf Waffen und paramilitärisches Gehabe und Verkleidungen steht, ist im örtlichen Schützenverein auf jeden Fall besser aufgehoben.
Das wird auch dadurch unterstrichen, das Tarnkleidung/Camouflage im Paintball Sport absolut verpöhnt ist! Wer glaubt er käme im Timberghost-Outfit aufs Spielfeld begeht einen fetten Irrtum! Durchaus gern gesehen und von vielen Spielern als Gag genutzt sind dagegen Verkleidungen. Siehe Fotostrecke. Da kann schonmal ein pinkes Häschen durchs Feld laufen, oder ein Typ im Hundewelpen-Kostüm. Genauso wie die Markierer in teilweise knallbunten Farben eloxiert werden. Man ist halt stolz auf seine edle Feinmechanik und will es zeigen. Profi-Markierer kosten leicht 4stellige Beträge. Gute gibts bereits ab 500,- Euro und gebrauchte ab 200-300,- Euro.

Ich kann abschliessend nur sagen: Für mich persönlich ist der Sport nichts. Capture-the-Flag spiel ich lieber in WOW am PC. Da hat dann auch die Waschmaschine hinterher nicht so viel Arbeit mit. Fotografieren hat dort aber viel Spass gemacht. Die Leute und das Umfeld sind aber Klasse gewesen.
Imponiert hat mir vor allem auch wie viel Wert auf professionelle Sicherheit gelegt wurde. Zwar sind die Markierer keine Waffen, aber so ein Bällchen kann schon mal blaue Flecken verursachen. Und einen Volltreffer ins Gesicht würde ein Auge wohl kaum unverletzt überstehen. Aber ich habe niemanden gesehen der unachtsam mit seiner Maske umgegangen wäre oder der ohne Schutzhülle auf dem Lauf des Markierers den Playground verlassen hätte! Außerdem distanziert sich die Szene absichtlich von jeglichem paramilitärischem Einfluss und Gehampel, was ich sehr gut finde.

Leider ist Paintball aber auch zum Spielball der Politik geworden, die einfach mal wieder nix tun will, aber dabei so aussehen will als wenn sie hochkompetent die Probleme in diesem Land lösen wolle. Paintball ist von Verboten bedroht. Wer seine Stimme gegen dumme Aktionismus-Politik erheben möchte, kann dies gerne hier tun: Petition gegen politischen Druck auf den Paintballsport.
Es ist echt erschreckend das die Politiker uns für derart blöde verkaufen wollen ..

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    6 comments to Ein Tag im Paintball-Park Aachen

    • Simme

      Schöner Bericht, danke dafür!

      PS: Bin übrigens der mit dem weissen (Karate-)Anzug, war auch mein erstes Mal ;-)

    • Skyman

      Hallo Unknown.

      Ne alte Jeans und ein Pullover bekommt man für weniger als ein Appel und n Ei.
      Also wenn du danach gehst nur weils preiswerter ist soll man den Sport lieber gleich lassen. Denn wenn du alles zusammen hast, auch nur gebraucht, dann kommen ein paar Dollar zusammmen, da kommts auf ein paar Euro für die Klammotten auch nicht drauf an.

      Ps. Mann kann ja auch auf diversen Anlagen preiswert spielen um heraus zu finden ob es was für einen ist oder nicht.
      Es kommt demnächst noch ein Bericht über ein Sub Air Field in Mechernich wo Landesliga ect gespielt wird.

      Bye Bye
      Der Sky

    • unknown

      Schön geschrieben. Eine kleine Anmerkung muss ich aber los werden: Es stimmt nicht, dass Camouflage/Tarnkleidung bei allen Paintballern verpöhnt ist. Das ist fast nur im deutschen Raum (Deutschland, Österriech, Schweiz) so.

    • unknown

      Toller Beitrag!

      Ein kleiner Kritikpunkt bleibt aber: Es ist nicht so, dass bei allen Paintballern Tarnkleidung verpöhnt ist. Für viele Leute ist das wirklich ein Ärgernis, wenn bei irgendeiner Paintballhalle steht “Militärkleidung verboten!”. Militärkleidung kriegt man fürn Appel und n Ei, wohingegen richtige Sportkleidung wahnsinnig teuer ist.

    • Skyman

      Ein netter Betrag, geschrieben von einer Person die sich selbst einmal ein Tag davon überzeugt hat was dort passiert.
      Es ist zwar nicht jedermanns Geschmack, aber über Geschmäcker läßt sich ja streiten.

      Freut mich das es neutrale Beobachter des Sports gibt.

      Bye Bye
      Der Sky

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