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Bild des Tages - Bild des Tages

Pongo

Heute kommt eins zum anderen. Nachdem ich über Susan Boyle gebloggt habe, kam ich auf die Pyromaniacs und als ich Bilder von denen suchte stolperte ich im Archiv über ein Bild von ihm: Pongo.

Pongo ist der glatte Wahnsinn gewesen. Hier erstmal ein Bild von ihm, die Story folgt im Anschluss. Und da gibts viiiel zu erzählen ^^

pongo

Wie man unschwer erkennen kann, hat Pongo einen mördermäßigen Vorbiss. Außerdem ist er ein Mischling aus .. das weiß keiner so genau.

Wie kamen wir zu Pongo?
Nun. Meine damalige Freundin und ich besuchten einen Freund von mir, der ein Appartment-Haus besitzt. Nennen wir ihn der Einfachheit Thomas. Einer seiner Mieter, ein junges drogenabhängiges Paar, hatten wirklich süßen Nachwuchs von einer Staffordshire Dame. Leider waren ihnen die Drogen wichtiger als die süßen Hundebabys. Da schritt also unser Freund, der Vermieter ein. Selbst ein Hundebesitzer, nahm er die Babys.. bzw. was davon noch übrig war, an sich. EINEN einzigen kleinen Staffordshire Welpen. Der Kleine war komplett abgemagert. Thomas informierte das Tierheim und schilderte den Zustand des Welpen. Mittlerweile machte der Kleine sich über den Inhalt einer 800gramm Dose Hundefutter her, die im Napf war. Thomas´ ausgewachsener Schäferhund und sein Schäferhund-Collie Mix kriegten nix davon ab und staunten, was der kleine Knirps so verdrücken konnte. Nach der Mahlzeit sah er auch nicht mehr abgemagert aus, sondern wie eine Mischung aus Wasserbombe und Hund. Als dann ein Mitarbeiter des Tierheims kam, wunderte der sich kurz und meinte: “Abgemagert sieht der mir aber nicht aus.. “, woraufhin Thomas nur trocken erwiderte: “Na dann warten sie mal ab, bis der geschissen hat” .. -gröhl- .. ich lag vor Lachen auf dem Boden, weil kürzer und knapper hätte man es einfach nicht formulieren können.

Jedenfalls beschloss meine Freundin über Nacht, das wir den kleinen Süßen doch adoptieren sollten. Also sind wir ein paar Tage später zum Tierheim und  sahen Pongo auf der Wiese rumhüpfen. Der kleine Welpe aus Thomas Händen, so erfuhren wir, sei bereits in einer Pflegefamilie. Pongo hüpfte immer noch ausgelassen auf der Wiese umher und brachte uns wegen seiner lustigen Art, und wegen seines Mördervorbisses immer wieder zum Lachen.

20min später trat er deshalb mit uns die Rückreise im Auto nach Hause an. Meine Freundin hatte einen Hund :-)
Wie sollte ich das nur meiner Katze erklären? Nunja. Da Pongo noch kleiner war als die ausgewachsene Maine-Coon, dürfte das schon irgendwie gehen. Es ging auch. Katzen haben Krallen, und können sich notfalls oben auf Schränken verstecken.

Pongo erwies sich als Wirbelwind. Da muss wohl auch ein Husky mit drin gewesen sein. Ich erinnere mich, das er zwei Teppiche aufgegessen hat, und mein Handy. Aber wenn man ihn ausschimpfen wollte, legte er die Ohren nach hinten an, ging vorne in die Knie und wedelte hinten mit dem Schwanz während er einen dabei traurig mit seinen Augen fixierte. Kann man so jemandem böse sein? Wir konnten es nicht.

Gassi mit dem Mountain-Bike
Als er geschätzte 4-5 Monate alt war, wollte ich deshalb mal etwas länger mit ihm Gassi gehen, damit er sich mal auspowern konnte. Meine Güte, wurde das ein Wahnsinn! Also ich schnappte mir das Mountain-Bike, den Hund und eine Leine und machte mich auf in den Wald. Eigentlich wollte ich nur ein Stündchen weg sein, aber irgendwo hab ich die Orientierung verloren und so wurden es 3h. Pongo war nicht zu bremsen und ich musste eigentlich kaum radeln, sondern mich fast nur ziehen lassen. Endlich merkte man dem Hund irgendwann nach gut 2h an, das er langsam groggy wurde. Plötzlich begann ich mir Sorgen zu machen. Der Arme war wirklich ins Hecheln gekommen, trottete aber treu ergeben neben mir her. Hatte ich nicht wo gelesen, das Hunde lieber neben dem Herrchen laufend verrecken, bevor sie aufgeben oder schlappmachen? Große Sorgen breiteten sich in mir aus, und ich überlegte, wie ich den gar nicht mehr soo kleinen Köter auf einem Mountainbike transportieren könnte. Mir fiel nichts ein. Also stieg ich ab, und wir walkten gemütlich weiter heimwärts.

Hatte ich mir 5min zuvor noch Sorgen um Pongos Gesundheitszustand und Ausdauer gemacht, so wurde ich nun erneut überrascht. Wir trafen einen seiner Spielkameraden und die nächste Wiese war nur 10m entfernt. Leicht sich auszumalen, was da die nächsten 30min abging. Ausgepowert oder am Rande des Kollapses war dieser Hund jedenfalls nicht. Wild tollte er mit seinem Freund über die Wiese, bis dieser irgendwann erschöpft die Segel strich und mit dem Herrchen nach Hause trottete. Toll. Das hatte ich jetzt auch vor. Pongo aber nicht.

Kaum saß ich wieder auf dem Rad und hatte 2x in die Pedale getreten, übernahm der Hund auch schon wieder den Vortrieb: Ich konnte mich nur noch ziehen lassen. Ist das nicht ein Wahnsinn, was in so einem kleinen Hund, damals Schulterhöhe um die 35-40cm an Energie steckt?? Bremsen konnte ich ihn kaum, und so überholten wir auf den noch verbliebenen rund 2km nach Hause halt einige andere Radler die das Pech hatten selbst in die Pedale treten zu müssen..

Endlich zuhause angekommen hatte der kleine (hüstel) Spaziergang jedoch sein Ziel erreicht: Pongo legte sich in sein Körbchen und gab uns eine Verschnaufpause. Zwar war für ihn keineswegs ans Schlafen zu denken, aber wenigstens verwechselte er nicht das 3te Handy mit einem Knochen und lies auch den Teppich in Ruhe. Für die nächsten zwei Stunden jedenfalls.

Trödelmarkt
Man musste ihn einfach liebhaben. Wenn er einen so mit seinem Vorbiss anlächelt.
Toll finde ich übrigens, das grundsätzlich scheinbar grade zwielichtiges ausländisches Gesocks* (jaja, ich meine nur die Bösen, natürlich gibts auch nette Ausländer), eine extreme Angst vor Hunden haben. Wie gesagt meine ich nicht hehre, nette und anpassungswillige Einwanderer, sondern jene Schmocks die man an einer Mischung aus Landesuntypischer Bekleidung, mangelnder Körperpflege und damit verbundenem nasalen Erkennungsfaktor sowie an übertriebener Aufdringlichkeit erkennt. Halt genau solche, die man zuhauf in den Menschenmengen eines Trödelmarktes wiederfinden kann.
Geht es ihnen auch so? Sie lieben die Menschheit aber hassen die Leute? Auf einem Trödelmarkt kann man sich ganz leicht unwohl fühlen. Wegen der Enge, wegen dem Gedrängel, und natürlich auch wegen der vielen ungepflegten Menschen die es den Hunden gleichmachen und per Geruch erkennbar sein wollen. Ich mag sowas ja nicht. Aber Trödelmarktgänge sind manchmal einfach sehr interessant. Und in Düsseldorf gibts nunmal den Aachener Platz und dort jeden Samstag richtig viel Trödelmarkt. Toll wenn man grade billiges Zubehör für sein 3tes Handy braucht, da daß von den 2 vorigen die mittlerweile zerbissen waren nicht mehr passt.
Wie toll das ist, einen Hund wie Pongo dabei zu haben, habe ich an diesem Samstag dann auch erlebt. Angesichts der vielen neuen Eindrücke wollte Pongo mal hier, mal da lang. Zwar kann er auch brav bei Fuss gehen, und Sitz machen. Aber nicht immer ist seine Konzentration groß genug. Jedenfalls schritten wir so durch die Menge, Pongo an der kurzen Leine, und ich fühlte mich wieder einmal zu eingeengt. Ich schaute zu Pongo hinunter, er zu mir herauf, und wie ich so in sein vom schiefen Vorbiss geprägtes Lächeln schaue, überkommt mich ein Geistesblitz. Ich nehme einen forschen Schritt auf, deute Pongo damit an voranzugehen und rufe laut: “Ruhig, Brutus! Brrrr.. Komm..” (Allesamt “Kommando” die Pongo nicht “verstehen” konnte, weil es sie unter uns so gar nicht gibt). Innerhalb eines Sekundenbruchteils musste ich nicht mehr Schulter an Schulter mit einem ungeduschten  Schmierlappen über den Trödel gehen, und auch die  Haare der Dame neben mir hatte ich nicht mehr im Gesicht kleben. Ich hatte gute  3m Platz. Also 1,5m im Umkreis.
Es ist schon erstaunlich, wieviel freier Platz auf einem Trödelmarkt zur Verfügung steht, wenn man nur einen geeigneten Hund mit sich führt. Pongo und ich wurde jedenfalls ein eingespieltes Team und meine Trödelmarktbesuche empfand ich fortan als wesentlich entspannter. Ich glaub irgendwann hab ich ihm dann auch nochmal beigebracht das “Ruhig Brutus” ein vortreffliches Kommando sei um Laut zu geben.
:-)

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