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Analyse: Merkels Rede vom 20.12.16

Merkels Rede vom 20.12.16

Eine Analyse

Was hat sie gemeint, was hat sie gesagt, was habe ich gehört, was habe ich verstanden?

Angela Merkel hat am 20.12.2016 um 11:00 Uhr anläßlich des Terroraktes in Berlin mit einem LKW eine Ansprache an die Nation gehalten. Sie erschien in dunkelblau oder schwarzgrau gekleidet auf der Bühne. Sie schritt mit ihrem Manuskript und ohne einen Blick ins Publikum schnurstracks auf das Rednerpult zu, bereitete das Manuskript vor und schaute kurz in die Runde bevor Sie anfing. Ich habe mir die Mühe gemacht, Merkels Rede abzutippen um sie konkret untersuchen zu können.

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Im folgenden hat Merkel sich dann an ihrem Manuskript geradezu festgehalten und – ich habe es per Stoppuhr geprüft – nur zu gut einem Viertel der Redezeit Blickkontakt ins Publikum bzw. die Kamera versucht, während Sie zu Drei Viertel der Zeit vom Manuskript ablas. Das war ganz offensichtlich keine Stegreifrede, sondern eine akribisch – wohl nicht nur von ihr selbst in Eigenleistung – vorbereitete Rede, die sicherlich etliche Male von vielen Leuten geprüft um optimiert wurde.
Umso mehr darf ich also nun jedes einzelne Wort auf die Goldwaage legen.

Die Mimik und Gestik der Kanzlerin war neutral, unempathisch und sachlich. Ihr Tonfall der eines Vorlesers ohne besonderen Bezug zum Text. Dies alles wird mich im folgenden selbstverständlich bei allem, was in der rechten Spalte unter „Mariosagt“ steht, geführt haben.

Wer mag, kann gerne meine Abschrift prüfen, oder sich die Rede selbst anschauen, wenn er sie verpasst hat.

Marios Analyse

Merkel sagt Textattribute Mariosagt
Meine Damen und Herren, Begrüßung Nunja, das gehört sich ja erstmal so
dies ist ein sehr schwerer Tag. Aussagesatz, Expressiv (also: Ich-bezogen) Eigentlich ist der schwere Tag gestern gewesen. Der heutige Tag ist also für die Kanzlerin schwer, weil sie etwas dazu sagen muss.
Ich bin – wie Millionen von Menschen in Deutschland – entsetzt, erschüttert und tieftraurig über das, was gestern abend am Berliner Breitscheidplatz geschehen ist. Aussagesatz, Expressiv Vielleicht pingelig, aber ein großer Logikfehler: Entsetzt mögen Millionen sein. Erschüttert mögen Millionen sein. Tieftraurig mögen auch noch einige sein. Aber alles gleichzeitig, sind vielleicht nur Tausende.
(Vgl. „Millionen Deutsche haben einen Hund“ – „..und sind damit glücklich“ .. „..und freuen sich JEDEN Morgen, Gassi gehen zu müssen“… als Beispiel, dass jede weitere Bedingung eben zu einer Verringerung der bezogenen Personen führen muss)
Zwölf Menschen, die gestern noch unter uns waren, die sich auf Weihnachten freuten, Pläne für die Feiertage hatten – sie sind nicht mehr unter uns.
Eine grausame und letztlich unbegreifliche Tat hat ihnen das Leben geraubt. Mehr als 40 weitere Menschen sind verletzt, kämpfen um ihr Leben oder um ihre Gesundheit.
Aussagesätze, Informativ, Spekulativ Ob die Menschen Pläne für die Feiertage hatten, kann niemand wissen. Merkel unterstellt hier also einfach etwas, was sie sich so denkt.
Unbegreiflich nennt sie die Tat. Nun das empfinde ich als Selbsteingeständnis von großer Dummheit. ICH kann die Tat schon begreifen. Und auch ihre Ursachen.
12 Tote, 40 kämpfen um Ihr Leben. Ja. Und wer ist dafür mitverantwortlich?
Ich denke in diesen Stunden zuallererst an diese Menschen. An die Toten und Verletzten und all ihre Familien, Angehörigen und Freunde. Aussagesatz, Expressiv Ich vermute, das ist gelogen. Ich denke, dass sie sich eher Sorgen macht, ob das Ereignis ihre Position gefährdet.
Ich möchte, dass Sie wissen: Wir alle, ein ganzes Land, ist mit Ihnen in tiefer Trauer vereint. Wir alle hoffen und viele von uns beten für Sie. Dass sie Trost und Halt finden mögen. Dass Sie wieder gesund werden, dass Sie weiterleben können – nach diesem schrecklichem Schlag. Expressiv, Spekulativ

Ich, ich, ich.. Und es ist ganz sicher nicht „ein ganzes Land in tiefer Trauer vereint“, denn es gibt genug Menschen in Deutschland, die diese Tat in den Sozialen Medien gefeiert haben.

Und ganz sicher beten wir nicht alle (einige, aber gewiß nicht alle).

Ich denke an die Rettungskräfte, die Polizisten, die Feuerwehrleute, Ärzte und Sanitäter die gestern abend im Schatten der Gedächtniskirche Dienst an ihren Mitmenschen getan haben. Ich danke Ihnen von Herzen für Ihren schweren Einsatz. Expressiv ..ich, ich, ich..
bla, bla, bla -> („Hoffentlich wählen mich die Rettungskräfte, die Polizisten, die Feuerwehrleute, Ärzte und Sanitäter und deren Mitmenschen nochmal wieder, dann danke ich Ihnen auch von Herzen.. naja.. sozusagen.“)
Und ich denke an die Ermittler. Ich habe großes Vertrauen zu den Männern und Frauen, die seit gestern abend daran arbeiten, diese unselige Tat aufzuklären. Sie wird aufgeklärt werden. In jedem Detail und sie wird bestraft werden, so hart es unsere Gesetze verlangen. Expressiv ..und wieder ich, ich…
„Sie wird aufgeklärt werden“. Nun Erfolg kann man nicht versprechen. Man kann nur hart dafür arbeiten, dass er eintritt.
„So hart es unsere Gesetze VERLANGEN“. Sie sagt „verlangen“!!!
Sie sagt nicht: „ermöglichen“!Was ist der Unterschied?
Wer „ermöglichen“ gesagt hätte, verurteilt die Tat aufs Schärfste und forder das Maximum an Strafe.
Wer „verlangen“ sagt, relativiert die Schwere der Tat und sagt quasi: „Nuja, das muss halt bestraft werden. So wie das es Gesetz es ->verlangt<-. ICH persönlich würde es ja vielleicht noch so durchgehen lassen.“Ein FAUSTSCHLAG ins Gesicht der Opfer & Angehörigen und in Folge für uns alle. Wir sind nichts wert.
Noch wissen wir vieles über diese Tat nicht mit der nötigen Gewissheit. Aber wir müssen nach jetztigem Stand von einem terroristischen Anschlag ausgehen. Informativ „Informativ“ steht hier für die Textsorte. Eigentlich Neues, Informatives hat sie nicht gesagt. Einzig: Sie selbst erwägt einen Akt des Terrors, will sich aber noch eine Hintertür auflassen.
Ich weiß, dass es für uns alle besonders schwer zu ertragen wäre, wenn sich bestätigen würde, dass ein Mensch diese Tat begangen hat, der in Deutschland um Schutz und Asyl gebeten hat. Dies wäre besonders widerwärtig. Gegenüber den vielen, vielen Deutschen, die tagtäglich in der Flüchtlingshilfe engagiert sind. Und gegenüber den vielen Menschen, die unseren Schutz tatsächlich brauchen und die sich um Integration in unser Land bemühen. Expressiv, Blabla.. (..ich,..)
Es wäre nicht besonders widerwärtig, es war nur eine Frage der Zeit. Es war keine Frage OB so etwas passiert. Wer ohne jegliche Prüfung auf Religion, Gesinnung, Aufenthaltsgrund u.v.m. einfach jederman schrankenlos aufnimmt (Nichtmal jeder Hotelier tut dies, und die leben davon), geht mit jedem Einzelfall das Risiko ein, einen Psychopathen, religiös Verblendeten oder sogar Selbstmordattentäter eingeladen zu haben.1x gehts gut. 2x vielleicht auch. Aber wenn die Anzahl in die Millionen geht, dann ist die statistische Wahrscheinlichkeit weit, weit über 100% dass etwas passieren wird.Und wer hats erfunden? ist verantwortlich?
Ich stehe in ständigem Kontakt mit dem Bundespräsidenten, mit Bundesinnenminister de Maiziere und mit dem regierendem Bürgermeister von Berlin, Michael Müller. In einer halben Stunde wird das Sicherheitskabinett zusammentreten, ich habe die zuständigen Minister und die Chefs der Sicherheitsbehörden eingeladen, um über den Stand der Erkenntnisse zu beraten und über mögliche Konsequenzen die sich daraus ergeben, und natürlich werden wir jederzeit – wenn notwendig – zusammen kommen. Expressiv, Informativ ..ich, ich, ich..
„um zu beraten“, „mögliche Konsequenzen“, „wenn nötig, wieder zusammenkommen“Das sind Worte, die jemand benutzt, der überhaupt keine Ideen hat Mobdro. Hart wiedergeben sagt sie: „Wir beraten ob es Konsequenzen geben wird, und ich gehe davon aus, dass wir nichts erreichen und uns noch ein paar Mal treffen werden.“
Zusammen mit dem regierenden Bürgermeister und dem Bundesinnenminister werde ich am Nachmittag zum Breitscheidplatz gehen um dort, wie so viele andere Berliner, unsere Anteilnahme auszudrücken. Expressiv

..ich.. (werde mit anderen)

die Chance wahrnehmen vor Ort Publicity zu erhaschen – und dies auch ausgewählten anderen Politikern erlauben.

Millionen von Menschen – auch ich – fragen sich heute morgen: „Wie können wir damit leben, dass beim unbeschwerten Bummel über einen Weihnachtsmarkt – also an einem Ort, an dem wir das Leben feiern – ein Mörder so Vielen den Tod bringt?“. Expressiv

..auch ich.. also.. naja, ihr wißt schon.

Nein. Eigentlich fragen sich Millionen von Menschen: „Wie kann Merkel damit leben, dies verantworten zu müssen.“

Zudem: Auf einem Weihnachtsmarkt wird nicht „das Leben gefeiert“, das ist ja keine Loveparade! Auf dem Weihnachtsmarkt wird Besinnlichkeit und Zusammensein ausgelebt. (Aber woher soll sie das auch wissen?)

Eine einfache Antwort darauf habe auch ich nicht. Expressiv Eine komplizierte Antwort wäre auch ok. Aber Fakt ist: Merkel hat GAR keine Antwort.
Ich weiß nur: Wir können nicht – und wir wollen nicht – damit leben, auf all das zu verzichten. Auf die Weihnachtsmärkte, die schönen Stunden mit Familie und Freunden draussen auf unseren Plätzen. Wir wollen nicht damit leben, dass uns die Angst vor dem Bösen lähmt. Expressiv, Appelativ

..ich.. „wir“(!)

Immerhin: Stimmt. Wir wollen darauf nicht verzichten. Was also tust du, damit uns das gelingt?

Wer hat (u.a.)* das Böse denn ins Land geholt?

*(neben vielen wirklich Schutzbedürftigen – die uns aber nichts, aber auch gar nichts angingen, und die woandershin vielleicht einen weniger lebensgefährlichen Fluchtweg gehabt hätten?)

Auch, wenn es in diesen Stunden schwerfällt. Wir werden die Kraft finden, für das Leben, wie wir es in Deutschland leben wollen. Frei, miteinander und offen. Appelativ Frei, miteinander, offen.
Aber nur ohne Merkel.
Ich danke Ihnen Expressiv #dankeMerkel
– Ende – #GameOver

Ich stelle also fest: Sehr viel Ich-bezogene Expressivität, sehr wenige – eigentlich gar keine – (handfesten) Informationen. Viel Angst um sich selbst.

Echtes Beileid und Mitgefühl habe ich nicht entdeckt. Weder verbal noch in ihrem Auftritt, ihrer Mimik oder Körpersprache. Auch keine Mobdro APK Android Lösungen, nichteinmal Pläne. Nein. Im Gegenteil, völlige Planlosigkeit. Hinzu kommt die geringschätzige Absicht es härtestmöglich zu bestrafen.

Erwartungsgemäß gab es auch für keinen Cent einen Moment der Selbstreflektion. Hier hat die Kanzlerin eine große Chance vertan, Verantwortung zu übernehmen. Einen Satz wie „Sollte es sich herausstellen, dass es ein von mir eingeladener Schützling war, so werde ich keine Anstrengung unterlassen, die Schlechten zu identifizieren und von den Guten zu trennen.“ hätte ich mir gewünscht. Das wäre ein auf die Zukunft ausgerichteter Satz mit einem Lösungsansatz und echter Tatbereitschaft gewesen. Aber Merkel hat nichts dergleichen auch nur angedeutet.

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